Samstag, 29. Juli 2017

Tag 44: Über den Wolken ...

Muß die Freiheit wohl grenzenlos sein
Alle Ängste, alle Sorgen
Sagt man
Blieben darunter verborgen
Und dann
Würde was uns groß und wichtig erscheint
Plötzlich nichtig und klein.


Ja, der Anblick am Morgen aus der bisher mit 2.650 Metern höchst gelegenen Hütte war traumhaft und faszinierend gewesen: Blauer Himmel, Sonnenschein und nur wenige Hundert Meter unter uns das Wolkenmeer.



Ich starte kurz nach 8:00 Uhr und der Doktor-Karl-Irsch-Weg (wie der 502B in diesem Abschnitt heißt) führt erst gen Westen etwas bergab, um dann nach Norden hin zum Übergang ins Tauerntal anzusteigen. Teils steigen die Wolken auf, aber ich erreiche die Nussingscharte vor Ihnen und kann die Venedigergruppe im weißen Kleid im Nordwesten ebenfalls aus dem weißen Meer ragen sehen:



Von der Scharte auf 2.741 Metern gilt es nun in und durch die Wolken-Suppe hindurch abzusteigen.

Drei mir entgegen kommenden Einheimischen wünsche ich viel Spaß in der Sonne, wobei sie mich erst nicht ganz verstehen oder auf den Arm genommen fühlen (als würde ICH Scherze machen), bis ich Ihnen glaubhaft versichern kann, daß oben auf den Gipfeln seit dem frühen Morgen die Sonne scheint.

800 Höhenmeter habe ich bis zur Kessleralm bereits verloren und auch wenn es erst halb elf ist, eine kleine Einkehr bietet sich bei solch einer Gelegenheit an.
Da Fräulein A. zu Hause immer auf Schaf-Geschichten steht, muß ich sie heute aber erstmals vorwarnen: Keine Schaf ohne Füße und Köpfe ab !

Aber keine Angst, alles völlig unblutig: Mir wird hier Schaf-Garben-Sirup mit Leitungswasser empfohlen und da ich manchmal neuen Dingen gegenüber aufgeschlossen bin, probiere ich die Abwechslung zum üblichen und ja, kann man durchaus trinken. Um nicht zu sagen: Lecker, Schaf mal anders :-)

Ab der Materialseilbahn in der Nähe (hier auch offiziell für Personentransport gemacht - im Gegensatz zur Schwarzfahrt des Hüttenwirts gestern Abend auf der Sudetendeutschen Hütte) führt dann ein Pfad gen Nordwesten talwärts, der an der Oberen Taxachalm auf Fahrstraße mündet, die wiederum zur Felbertauernbundesstraße führt.

Dort heißt es einerseits, 300 Meter gen Süden talauswärts bis kurz vor eine Lawinengallerie zu gehen und andererseits mit dem Wechsel der Straßenseite auch die Gebirgsgruppe zu wechseln. Willkommen Venedigergruppe mit den 900er-Nummern.

Abseits der Bundesstraße führt von dort ein Weg taleinwärts gen Norden. Nord wird jetzt für 2,5 Tage meine dominierende Marschrichtung sein, da ich den Großvenediger mit seinen Gletschern auf dieser Seite umgehen werde, nachdem ich Sonnblick und Glockner ja im Süden passiert hatte.

Ich schreibe quasi ein liegendes und Achsen-gespiegeltes S in die Landschaft. Aber lassen wir das lieber, die Leute haben ja schon mit kleinen benachbarten Buchstaben und ganz ohne irgendwelche Achsen genug Probleme ... ;-b

Sehr frühzeitig (teilweise bin ich jetzt deutlich flotter unterwegs als der AV-Führer schreibt) komme ich dann am Matreier Tauernhaus an, wo mir die Bodenkontrolle dankenswerterweise ein Zimmer organisiert hatte.

Ist aber gar kein Problem: Ich kann es mir auch mal gut gehen lassen:



Und 3 gemütliche Saunagänge in einer richtigen 100°-Sauna sind danach auch noch drin.

Und wie pflegt mein Patenonkel zu sagen: Eine unserer leichtesten Übungen ...




Begegnungen:
1 Murmeltier
1 Kleiner Frosch

2.000er:
Nussingscharte, 2.741

Kommentare:

  1. Hallo Kai, Deine Karte ist angekommen - vielen Dank! Ich wusste ja gar nicht, dass Du wieder unterwegs bist.
    Ab nun lese ich mit :-) und alles nach.
    Weiterhin gutes Gelingen wünscht Stefan auf Reinbek

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    1. Hallo Stefan.

      Deswegen habe ich Dir ja Karte geschrieben - damit Du nicht unwissend bleibst ;-)

      Schöne Grüße in den hohen Norden,
      K2.

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