Mittwoch, 30. August 2017

Tag 72: Einmarsch in den achten Alpenstaat

Heute gehe ich erst 30 Minuten später zum Frühstück, denn bei einer planmäßigen Gehzeit bis zur Pfälzer Hütte von nur 3,5 Stunden, wäre ich sonst ja bereits deutlich vor Mittag am Ziel.

Da heute Samstag ist und bei dem blendenden Wetter alle Hütten im Umkreis längst ausgebucht sind, wird es auch nochmal spannend, aber die Hütte an der Österreichisch-Liechtensteiner Grenze ist eigentlich alternativlos für mich, denn morgen steht zum Abschluß nochmal eine richtig lange Etappe mit mehr als 10 Stunden Gehzeit an.

Nach ordentlich Trödelei mache ich mich letztlich um 8:30 Uhr auf den Weg am Hang entlang in Richtung Kleine Furka (Salarueljoch). Nachdem es nachts geregnet hatte, morgens wieder blauer Himmel war, ist es nun bedeckt.

An der Abzweigung unterhalb der Kleinen Furka sehe ich schon aus der Ferne zwei Leute sitzen. Als ich näher komme, sehe ich, daß es die beiden Damen aus der Pfalz von gestern sind: Sieglinde und Tatjana.

Nach kurzer Unterhaltung spazieren wir gemeinsam hinüber zur Großen Furka (Hochjoch), wo wir wieder von der Schweiz nach Österreich wechseln. Tatjana hat auch eine Ausbildung zum Wanderleiter bei den Naturfreunden gemacht und war vor dieser Tour mit einer Gruppe aus der Pfalz in den Bergen unterwegs gewesen und Sieglinde stammt eigentlichen aus dem Großen Walsertal und ist in Feldkirch zur Schule gegangen.

Die beiden haben kurz vorher Ihre Reservierung auf der Pfälzer Hütte storniert und wollen gleich noch in den Nenzingerhimmel absteigen, um dann mit dem Wandertaxi aus dem Tal hinaus und zurück zum Auto zu fahren.

Damit steigt natürlich meine Hoffnung auf einen Schlafplatz - wirklich zuvorkommend die beiden, wie gestern schon mit der Duschmarke :-)


Als die beiden nochmal pausieren, gehe ich gleich weiter den Liechtensteiner Höhenweg/die Via Alpina bzw. den 02er zur Hütte, die dann schon auf Liechtensteiner Grund liegt (ca. 2,5 Meter), und bin schon um 11:30 vor Ort. Der junge Mann an der Kasse ist zwecks Unterkunft erst sehr skeptisch - trotz meines Arguments, daß ja erst vor einer guten Stunde zwei Plätze frei geworden sein müßten. Aus dem Hintergrund (vermutlich von der Chefin) kommt aber aus dem Off der Kommentar: Ein Lager ist kein Problem.


Super ! Und noch dazu bekomme ich meine einzeln aufgebockt stehende, ca. 1,20-Meter-Matratze umgehend zugeteilt (in den Stockbettenlagern rings um, müssen sich immer zwei Personen eine solche Matratze teilen).

Was mir beim Sitzen in der Sonne und dem Anblick des separaten Nebengebäudes wieder in den Sinn kommt: Hier hat doch Fips, Bergsteiger vom Coburger Alpenverein, auf seinem Marsch in 9 Tagen vom Bodensee zum Stilfser Joch wegen Überfüllung im Holzregal vor der Tür genächtigt ?!


Nun bin ich im Laufe der letzten Jahre quasi zu Fuß in alle acht Alpenstaaten "einmarschiert" - Spazieren war ich in Vaduz zwar schon ein Paar Mal (zu Besuch bei Pepi71 & Co), allerdings noch nie so richtig oben in den Bergen und bis dato war ich immer mit dem Auto angereist.



Begegnungen:
1 junger Rehbock
Sieglinde und Tatjana, die beiden Damen aus der Pfalz


2.000er:
Große Furka/Hochjoch, 2.353
Bettlerjoch, 2.108