Montag, 26. Juni 2017

Tag 11: Das Zischen der Schlange

Der Trockenraum auf dem Alois-Günther-Haus und der Kachelofen waren leider nicht in Betrieb, so daß meine Klamotten leider auch nach der sehr langen Nacht teilweise nicht trocken waren. Ja, die Nacht war wirklich lang, denn Frühstück sollte es ab 09:00 geben. NEUN Uhr. Auf einer Berghütte.
Aber als die beiden Adjutanten gestern gefragt hatten, offenbarte mir ein Blick in den Wanderführer, daß heute eine recht kurze Etappe anstand, weswegen ich gar nicht weiter insistierte, sondern die GANZ lange Nacht mit frühzeitigem Schlafengehen nach dem langen Tag bevorzugte.

Nun sah es draußen auch bereits gar nicht mehr so schlecht aus (man kann immerhin schon Wiese vor der Hütte sehen):


Bis ich losgehe hat sich der Nebel dann auch ganz verzogen und auch die Wolken verschwinden im Laufe des Tages noch ganz.

Der Weg schlängelt sich heute weiter über die Hochlagen hinweg. Die hier in der Gegend meist baumfrei sind und in der modernen Zeit von den Bundesforsten für andere wirtschaftliche Zwecke als die Holzwirtschaft genutzt werden.


Hier wird Wind geerntet. In Massen. Sowohl was die Anzahl der Anlagen als auch deren Nennleistung von 3 MW pro Rotor kann sich sehen lassen und da es hier - wie heute - wohl meist ordentlich Wind gibt, fällt immer wieder ein Schatten auf mich und es Zischen die Rotoren beim Passieren.

Auf dem Roseggerhaus kehre ich zu Mittag kurz ein und weiterhin scheint mein Hauptproblem heute überhaupt nicht das Gehen zu sein, sondern eine Unterkunft im Bereich Alpl, dem heutigen Etappenziel zu finden, die noch existiert, die noch vermietet und die heute keinen Ruhetag hat.

Gott sei Dank ist aber auf die Bodenkontrolle Verlaß: Just als ich an einer entscheidenden (in welche Richtung zum Übernachten ?) Wegabzweigung das Handy auspacke, beginnt es zu klingeln. Die Dame in der Leitung hat schon Vorarbeit geleistet, Koordinaten zur Prüfung schnell durchgegeben (puh, ganz schöner Umweg), übernimmt dann gleich Reservierung und gibt mir Wegbeschreibung durch, denn es soll wohl kompliziert zu finden sein.

Ha, vom Finden habe ich doch von einem Such-Spiel etwas Erfahrung (auch wenn ich mich heute bei Gert gleich noch blamiert hatte ...) und Beschreibung und Koordinaten passen wirklich so etwas von genau, auch wenn ich letztlich ca. 3,5 Extra-Kilometer und 150 Extra-Höhenmeter am Tacho stehen habe.

Die Unterkunft ist einsam und von der Art eines Forsthauses und sämtliche Tiere, die mir bisher begegnet sind - wie auch die Pensions-Besitzer - sind richtig nett. Getränke gibt es hier gleich meinem Durst angemessen in Oktoberfestportionsbehältnissen:


Am interessantesten dabei finde ich ja, daß die von den Raubvögeln noch übrig gelassene Indische Laufente nicht nur Schnecken jagt, sondern quasi der schärfste (Wach)Hund des Hauses ist, der auch ab und an mal die nominellen Hunde Luna und Lilly jagt ;-)

Aber mein hübsches Zimmer habe ich ganz für mich ...



Begegnungen:
1 Raubvogel
Mountainbiker + Wanderer unterwegs
1 Indische Laufente (am Ziel)
Lilly und Luna (die beiden Hündinnen am Ziel)
Tiger und Siamese (mindestens zwei Katzen am Ziel)
2 Ziegen (am Ziel)

Kommentare:

  1. Und wo ist jetzt das Foto von der Laufente?

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    1. Kennst mich doch: Ich bin nicht der Schnellste und die ist einfach *zisch* um's Eck :-(

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    2. So, ich tu mal Bilderraten statt Quartierraten: Wo treibst Du Dich denn herum?

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    3. Alpl 55 wenn ich mir nit irre.

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  2. Ah! Wenn Du bereits genug Windräder gesehen hast, kannst Du Dir auch den - nahe an Deiner Bleibe vorbeiführenden - Weg 706B überlegen, der ohne den Umweg über die Stanglalm direkt auf die Schanz verläuft. Völlig windradfreie Waldwanderung, mit Option auf Besuch des Teufelsteines bzw. zumindest der Teufelsteinhütte (gute Chance auf befüllten Selbstbedienungsbrunnen). Und Nächtigung beim Stroßeggwirt ist sowieso Pflicht (wo Du Dir ein paar Euro sparen kannst, wenn Du ein Lager nimmst, das Dir dann höchstwahrscheinlich alleine gehört - er hat etliche Lagerzimmer).

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    1. Das mit dem Lager wäre wahrscheinlich keine so gute Idee gewesen: Lauter laute Mariazeller Pilger hier. Feuerwehr ist noch am Durst löschen.

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  3. Wirst du in Bruck an der Mur City übernachten? Da könnt ich dir ein Quartier bei Verwandtschaft/Cacherkollegen besorgen. (Wenn sie da sind)
    Lg Volker

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    1. Hallo Volker.

      Danke fürs Angebot, aber da werde ich mittags nur durch kommen gen Hochangerschutzhaus.

      Schöne Grüße
      K2.

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    2. Ok, ich hab eh noch nicht angefragt. Schade, dass du bis zum Wochenende schon aus meiner Reichweite bist.
      lg Volker

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